Mittwoch, den 29. März 2017

86 1333-3

Dampflokomotive 86 1333-3

In den Jahren 1928 und 1934 beschaffte die Deutsche Reichsbahn insgesamt 775 Dampflokomotiven der Baureihe 86. Die Lok 86 333 gehörte zu einer Serie von 35 Maschinen, welche 1939 von der Lokomotivfabrik Wien Floridsdorf geliefert wurden.

Ihr wechselvoller Lebenslauf bei der Deutschen Reichsbahn führte die Lok durch zahlreiche Betriebswerke Mitteldeutschlands. Die längste Verweildauer hatte sie in den Betriebswerken Chemnitz und Glauchau. Im Jahr 1970 erfolgte die Umzeichnung in 86 1333-3.

Mit Beginn des Winterfahrplans 1976/1977 lief der Planeinsatz der Tenderlokomotiven der BR 86 bei der DR aus. Anfang 1980 waren nur noch fünf Maschinen dieser Baureihe bei der DR verblieben. 86 001 wurde in der Einsatzstelle Annaberg-Buchholz betreut und war seit 01. Juli 1977 offizielle Museumslokomotive der DR, 86 049 heizte im Winter den Lokschuppen in Pockau-Lengefeld, 86 056 heizte in Falkenstein, 86 333 in Pirna und 86 501 in Rochlitz. Alle Lokomotiven wurden liebevoll gepflegt und blieben betriebsfähig. In den 1980’er Jahren schließlich wurde bis ins Frühjahr 1988 die Stichstrecke Schlettau – Crottendorf zum Refugium dieser für das Erzgebirge identitätsstiftenden Lokbauart, dort waren insbesondere 86 001 und 86 501 im Wechsel sowie im Herbst 1987 auch 86 056 anzutreffen. Zugleich gab es mit 86 607 und 86 744 im VEB Steinkohlenkokerei „August Bebel“ in Zwickau-Pöhlau teilweise zwei betriebsfähige Werkloks der BR 86 für Rangier- und Streckendienst. Lok 86 333 wiederum machte sich zum Schluss im Bw Glauchau nützlich und absolvierte neben ihrem Heizdienst in Rochlitz hier fallweise auch Einsätze vor Sonder- und Regelzügen.

Am 31. Juli 1993 verkaufte die DR die Lok 86 333 an die Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft in Aalen. Nach einer kurzen Episode beim Bayrischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen ging es im Frühjahr 1997 weiter zur Wutachtalbahn, wo die Lok über Jahre zuverlässiges Zugpferd für die Beförderung der Reisezüge auf der spektakulären Strecke Blumberg – Weizen (so genannte „Sauschwänzle“-Bahn) verantwortlich zeichnete. Im Zuge der Neuausrichtung des Weiterbetriebes wurde die 86’er nach einer Auszeit dann im Dampflokwerk Meiningen wieder betriebsfähig aufgearbeitet und konnte anschließend bis in den Spätsommer 2015 auf der Dreiseenbahn und Höllentalbahn zeigen, was in ihr steckt.

Die PRESS erwarb die letzte betriebsfähige 86’er in Deutschland, als der künftige Verein Dampfbahn Schwarzwald Bodensee e.V. sich im Sinne der Konsolidierung zwischen zwei Tenderloks entscheiden entscheiden musste. Die Lok 86 1333-3 hat ihre neue (alte) Heimat im ehemaligen Bw Glauchau gefunden. Die Maschine steht ab sofort einsatzbereit für Sonderfahrten und Ausstellungen im Erzgebirge und darüber hinaus zur Verfügung. So wird die Lok im Jahr 2016 auch im Norden anzutreffen sein, u.a. auf der Insel Rügen zwischen Bergen auf Rügen und Lauterbach Mole.

Geplante Einsätze

Die geplanten Einsätze der 86 1333-3 finden Sie auf der Seite 'Sonderfahrten'.

Einige wichtige technische Daten zu 86 1333-3

  • Bauart 1'D1' h2t
  • Gattung Gt 46.15
  • Länge über Puffer 13.820 mm
  • Höhe 4.165 mm
  • Fester Achsstand 5.100 mm
  • Gesamtachsstand 10.300 mm
  • Dienstgewicht 88,5 t
  • Achslast 15,6 t
  • Höchstgeschwindigkeit 70 km/h (vorwärts und rückwärts)
  • Leistung 1030 PSi
  • Treibraddurchmesser 1.400 mm
  • Laufraddurchmesser 850 mm
  • Steuerungsart Heusinger mit Hängeeisen
  • Zylinderanzahl 2